Studie Anwendung in der Praxis

Sie sind hier: :>>Studie Anwendung in der Praxis
Studie Anwendung in der Praxis 2010-10-27T22:20:19+00:00

Unternehmensportale – Kunden-, Lieferanten- und Mitarbeiterportale in der betrieblichen Praxis

Download Volltext der Studie Unternehmensportale in der betrieblichen Praxis (PDF)

Unternehmensportale sind ein wesentliches Element der E-Business-Strategie von Unternehmen zur Abbildung inner- und zwischenbetrieblicher Prozesse. Die Anwenderstudie gibt praktische Hinweise zu Anwendungsszenarien, Erfolgsfaktoren und Vorgehen und bietet somit Entscheidern kompetente Unterstützung bei der Planung und Einführung einer Portallösung im Unternehmen.

Im Rahmen der Veröffentlichung wird der aktuelle Stand der Nutzung von Portalen in produktionsorientierten Unternehmen untersucht. Der Theorieteil führt in die Grundlagen und Grundbegriffe der Portalthematik ein und zeigt damit verbundene Themenfelder auf. Für Mitarbeiter-, Geschäftskunden- und Lieferantenportale werden Statistiken über die Nutzung und Planung dargestellt. Die Studie enthält eine Priorisierung von Portalprozessen aus Sicht der Unternehmen. Eine Untersuchung der IT-Infrastruktur und Informationen über strategische Standpunkte der Unternehmen wie zum Beispiel zu Betreibermodellen runden die Trenddarstellung ab.

1.1 Zusammenfassung

Unternehmensportale sind ein wesentliches Element der E-Business-Strategie von Unternehmen zur Abbildung inner- und zwischenbetrieblicher Prozesse.

Die Anwenderstudie gibt praktische Hinweise zu Anwendungsszenarien, Erfolgsfaktoren und Vorgehen und bietet somit Entscheidungsträgern kompetente Unterstützung bei der Planung und Einführung einer Portallösung im Unternehmen.

Im Rahmen der Studie wird der aktuelle Stand der Nutzung von Portalen in produktionsorientierten Unternehmen am Beispiel der Branchen Maschinen- und Anlagenbau sowie Elektrotechnik untersucht. Der Grundlagenteil führt in die Thematik Unternehmensportale ein und zeigt damit verbundene Themenfelder auf. Für Mitarbeiter-, Geschäftskunden- und Lieferantenportale werden Statistiken über die Nutzung und Planung dargestellt. Die Studie enthält eine Priorisierung von Portalprozessen aus Sicht der Unternehmen. Eine Untersuchung der IT-Infrastruktur und Informationen über strategische Standpunkte der Unternehmen wie zum Beispiel zu Betreibermodellen runden die Trenddarstellung ab.

1.2 Ziel der Erhebung

Ziel dieser Studie ist es, den aktuellen Stand der Anwendungen im Bereich Unternehmensportale für Marketing, Vertrieb und Service aufzuzeigen und hieraus konkrete Handlungsempfehlungen für Unternehmen abzuleiten. Der Betrachtungsfokus liegt hierbei auf den Branchen Elektrotechnik, Elektronik und EDV-Hersteller sowie Maschinen-, Anlagen- und Apparatehersteller.

1.3 Studienteilnehmer

Bei den Befragten handelte es sich um Geschäftsführer sowie E-Business-Leiter, IT-Leiter bzw. EDV-Leiter. Die Adressauswahl erfolgte nach den Branchenkriterien Elektrotechnik, Elektronik und EDV-Hersteller sowie Maschinen-, Anlagen- und Apparatehersteller. Da Unternehmensportale vorwiegend für Unternehmen mit mehr als 200 Mitarbeitern geeignet sind, wurden ausschließlich Unternehmen betrachtet, die über dieser Größe liegen.

Insgesamt wurden 1 600 Unternehmen angeschrieben, von denen 56 an der Befragung teilgenommen haben. Die Branchen Maschinen- und Anlagenbau und Elektrotechnik werden im Rahmen der Studie detailliert betrachtet.

2 Ergebnisse

Portale sind ein eindeutiges Trendthema in Unternehmen. Bei 30,4 Prozent der Unternehmen wird ein Geschäftskundenportal, bei 37,5 Prozent ein Mit-arbeiterportal und bei 8,9 Prozent ein Lieferantenportal eingesetzt.

Die Zuwachsraten bis Ende 2004 sind hoch: für den Bereich Geschäftskunden-portale liegt die erwartete Zuwachsrate bei über 111 Prozent, für Mitarbeiter-portale bei 67 Prozent.

Die Prozesssicht spielt bei Portalen eine große Rolle. Die befragten Unternehmen differenzieren sehr deutlich bei der Beurteilung der Wichtigkeit der Prozesse in einem Portal.

Die wichtigsten Prozesse in Geschäftskundenportalen sind Informations-prozesse. Hier liegen die »Bereitstellung von technischen Informationen über Produkte« und die »Bereitstellung von Datenblättern« an der Spitze.

Bei Mitarbeiterportalen werden der »Zugriff auf Groupware« und der »Zugriff auf Managementinformationen« als wichtigste Prozesse angegeben.

In den folgenden Abschnitten werden ausgewählte Ergebnisse der Studie im Detail dargestellt.

2.1 Geschäftskundenportale

»Welche Art von Portalen setzen Sie in Ihrem Unternehmen ein bzw. planen Sie einzusetzen?« – Auswertung nach Geschäftskundenportal

Einsatz und Planung von Geschäftskundenportalen.

Der Trend zur Realisierung von Geschäftskundenportalen fällt deutlich aus. Derzeit setzen 30,4 Prozent der Unternehmen ein Geschäftskundenportal im Unternehmen ein. Bei weiteren 25,0 Prozent ist das Portal konkret in Planung. Angedacht wurde die Umsetzung von Geschäftsprozessen über ein Portal bei 28,6 Prozent der Unternehmen. Damit liegt der Anteil von Unternehmen, die ein Portal angedacht haben bzw. sich konkret in der Planung befinden, bei 53,6 Prozent.

Die Gründe für diesen hohen Anteil könnten darin gesehen werden, dass 57,2 Prozent der befragten Unternehmen in der Abwicklung von Geschäftsprozessen über ein Geschäftskundenportal einen hohen bis sehr hohen Wettbewerbsvorteil sehen.

Lediglich für 10,7 Prozent ist diese Art von Portalen kein Thema.

2.2 Mitarbeiterportale

»Falls Sie eine Einführung planen, in welchem Zeitraum wollen Sie das Portal realisieren?«

Realisierungszeitraum Mitarbeiterportale.

Innerhalb der nächsten zwei Jahre wird eine große Anzahl von Mitarbeiterportalen in den Unternehmen realisiert. Bereits im Jahr 2003 wollen 17,9 Prozent der befragten Unternehmen ein Portal einführen. Für das Folgejahr 2004 planen 7,2 Prozent eine Umsetzung, längerfristig 12,5 Prozent.

Folglich ist zu erwarten, dass Ende 2004 rund 62,6 Prozent der befragten Unternehmen ein Mitarbeiterportal anbieten. Nach 2004 steigt die Anzahl der Unternehmen mit Portalen insgesamt auf über 75 Prozent. Für den Bereich Mitarbeiterportale ist im Zeitraum 2003 bis einschließlich 2004 eine Zuwachsrate von ca. 67 Prozent zu erwarten.

Im Vergleich zu Geschäftskundenportalen fällt die Zuwachsrate bei Mitarbeiterportalen geringer aus, da zum einen bereits viele Portale realisiert wurden und zum anderen der direkte Nutzen für zentrale Bereiche wie Einkauf, Marketing, Vertrieb und Service nicht direkt quantifizierbar ist.

Der Anteil der Unternehmen (62,4 Prozent), die bereits ein Portal im Einsatz haben bzw. die keine Angabe gemacht haben oder für die die Frage nicht zutrifft, ist in der Abbildung nicht dargestellt.

2.3 Betreibermodell

»Welches Betreibermodell bevorzugen Sie für ein Portal?«

Betreibermodell.

Für den Betrieb einer Portalsoftware stehen zwei Möglichkeiten zur Auswahl: der Eigenbetrieb der Software im eigenen Unternehmen oder der Betrieb durch einen Application Service Provider (ASP). Der Provider betreibt die Lösung auf seinen eigenen Servern und stellt sie dem Unternehmen zur Nutzung bereit. Dieser Ansatz ist insbesondere für kleinere Unternehmen, die keine eigenen IT-Spezialisten besitzen, von Vorteil. Die Funktion und Verfügbarkeit wird durch ihn garantiert. Im ASP-Bereich finden sich vor allem Standardlösungen.

Der Eigenbetrieb einer Portalsoftware erfordert eigene Experten, bietet dafür den Vorteil, die Daten im Haus verwalten zu können und kritische Daten nicht nach außen geben zu müssen sowie Software jederzeit warten bzw. erweitern zu können.

Eine ASP-Lösung bevorzugen 39,3 Prozent der befragten Unternehmen. Die Mehrheit von 51,9 Prozent setzt auf einen Betrieb im Unternehmen.

2.4 Erfolgsfaktoren und Hemmnisse

Bei der Bewertung der Erfolgsfaktoren beurteilten die befragten Unternehmen die Stärke des Einflusses der jeweiligen Faktoren auf die Entscheidung, eine Portallösung in ihrem Unternehmen einzuführen, durch Vergabe mit Notenpunkten von 1 (großen Einfluss) bis 6 (keinen Einfluss).

Bei der Auswertung lässt sich grundsätzlich feststellen, dass nahezu alle Faktoren relativ hoch eingeschätzt wurden. Der Durchschnitt der Gesamtbewertung liegt bei ca. 2,3 Notenpunkten.

Vor allem die Faktoren, die eine Optimierung der Prozesse darstellen, wie die Erhöhung der Prozessqualität (1,9), die Verkürzung der Prozessdauer (1,8) und die Senkung der Prozesskosten (1,8), wurden von den Unternehmen sehr hoch bewertet.

Auf Seiten der Hemmnisse wird von den Unternehmen vor allem der Kostenaspekt angeführt, wobei hierbei die Einführungskosten am höchsten bewertet werden.

2.5 Wirtschaftliche Faktoren

Die beteiligten Unternehmen wurden befragt, wie viel sie für eine Portallösung von der Einführung bis zum Roll-out auszugeben bereit wären. Auf diese Frage antwortete die Hälfte der befragten Unternehmen.

Die Spanne der Summe reichte hierbei von 20 000 Euro bis zu 900 000 Euro. Schwerpunkte lagen bei der Verteilung bei 150 000 Euro bzw. 450 000 Euro.

3 Autoren

Thorsten Gurzki, studierte Informatik an der Universität Stuttgart. Nach seinem Studium war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für parallele und verteilte Höchstleistungsrechner (IPVR) und später am Institut für Arbeitswissenschaft und Technologie- management (IAT) der Universität Stuttgart. Er war als selbständiger Berater und Trainer im Bereich Internet-/Intranet-Technologien und E-Business tätig.

Er ist Autor und Mitautor einer Vielzahl von Publikationen im Themenfeld Electronic Business, unter anderem der »Marktübersicht Portal Software«. Thorsten Gurzki ist Dozent an verschiedenen Hochschulen.

Nergis Özcan, Diplom-Wirtschaftsinformatikerin (FH), studierte Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik an der Fachhochschule Pforzheim. Während ihres Studiums war sie für verschiedene Unternehmen und Einrichtungen tätig, unter anderem für Hewlett-Packard, IBM, DaimlerChrysler und dem Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO in Stuttgart. Hier befasste sich Nergis Özcan mit der Analyse der unternehmerischen Anforderungen an Portale zur Unterstützung inner- und zwischenbetrieblicher Geschäftsprozesse.

Download Volltext der Studie Unternehmensportale in der betrieblichen Praxis (PDF)