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Intranet-Navigation gestalten: Das Card Sorting

Bei der Gestatung von Intranets spielt die Informationsarchitektur und damit auch die sichtbare Navigation eine große Rolle. Die Navigation muss der Spache und den Anforderungen der Nutzer gerecht werden. Der Entwurf sollte daher die Nutzer auch intensiv einbeziehen. Dies lässt sich durch Card Sorting Workshops mit Probanden aus dem Unternehmen erreichen. Mittels Card Sorting kann geklärt werden, welche Navigationspunkte enthalten sein müssen, wie diese benannt werden und wie sie in der Hierarchie der Navigation angeordnet sein sollten. Das Card Sorting ist damit eine der wichtigsten Methoden bei der Konzeption und Evaluierung von Navigationsstrukturen.

Vorgehen beim Card Sorting

Card Sorting kann auf verschiedenste Arten durchgeführt werden. Grundlegend wird zwischen einer qualitativen und statistischen Analyse der Ergebnisse unterschieden. Letztere Methode ist mit hohem Aufwand verbunden: Mittels Online-Tools sortiert eine große Zahl von Probanden die Navigationspunkte. Anschließend wird das Ergebnis statistisch ausgewertet. Der qualitative Ansatz versucht durch einfaches Erkennen Muster in den Gruppierungen verschiedener Nutzer zu finden. Dieser Ansatz ist für die meisten Intranets der bessere Weg. Wichtig dabei: Es gibt keinen Card-Sorting Standard. Das Verfahren sollte auf die individuellen Bedürfnisse und Fragestellungen angepasst werden. Das Card Sorting muss mit mehreren Probanden und in mehreren Gruppen durchgeführt werden, um einen Vergleich zu ermöglichen. Ideal sind Gruppen mit sechs bis acht Teilnehmern.

Grundsätzliches Vorgehen („offenes Card Sorting“):

  1. Bestimmung von Informations- und Anwendungsblöcken der Website (z.B. Impressum, Kontakt, Adressbuch, Suche, Produktinformation xy).
  2. Übertragen der Blöcke auf Karten.
  3. Optional: Probanden können unpassende Begriffe anpassen.
  4. Probanden gruppieren die Karten subjektiv zusammengehörend.
  5. Nach der Gruppierung bilden die Probanden Begrifflichkeiten für die Untermenupunkte und Hauptmenupunkte unter denen die Blöcke zu finden sind.
  6. Die Struktur wird gelegt, gepinnt oder aufgeklebt. Empfehlung: Legen auf einem großen Tisch.

Varianten

Mögliche variierende Vorgehensweisen sind:

  • Die Menupunkte werden vorab festgelegt und es werden nur die Blöcke durch Probanden zugeordnet („geschlossenes Card Sorting“).
  • In einem zweiten Durchgang werden die Ergebnisse durch Probanden geprüft.
  • Die Blöcke werden nicht vorab bestimmt. Das Card Sorting wird in einer Gruppe mit gemeinsamen Feedback durchgeführt. („Riemkes Card Sorting“). Es ist damit eine Kombination aus Fokusgruppe und Card Sorting. Besonders geeignet bei Projekten, deren Inhalte noch vage sind.

Darüber hinaus existieren noch zahlreiche weitere Varianten. Bei der Durchführung ist die Moderation entscheidend: Es soll nicht zu stark eingegriffen werden, aber dennoch eine intensive Diskussion der Entscheidungen der Gruppe angeregt werden.